Wolfgang Ullrich

Marktkunst
Über eine zeitgenössische Erscheinungsweise des Erhabenen

Auf kaum etwas ist im Kunstbetrieb besser Verlass als auf marktkritische Bemerkungen.
Schon seit der Romantik ist es Standard, die Sorge zu formulieren, die Kunst könne durch
kommerzielle Interessen, durch warenökonomische Mechanismen, durch den Pragmatismus
einer Handelsbeziehung Schaden nehmen. So wird befürchtet, dass auf dem Markt nur Erfolg
hat, was auch einer Mehrheit gefällt – was also konventionell und harmlos, vielleicht sogar
trivial und kitschig ist, während das Neue, Ungewohnte – und daher zuerst Befremdende –
nur wenig Resonanz findet. Kaufen die meisten denn nicht nur das, was sie schon kennen?
Und ist der Markt damit nicht eine konservative Instanz, die der Weiterentwicklung der Kunst
schadet? Die vor allem dem Anspruch zuwiderläuft, wonach sich Kunst durch Originalität –
durch Distanz von bereits vorhandenen, etablierten Werken – auszuzeichnen hat? Ist der
Markt also nicht der Gegner der Kunst?

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